Donnerstag, 22. August 2013

Rede: Warum die private Krankenversicherung erhalten bleiben muss

Dieser Beitrag ist Teil eines Redenwettbewerbes aus Kloster Lehnin.


Sehr geehrter Herr Vorsitzender Laue, 
liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem deutschen Bundestag, 
meine Damen und Herren, 

Ich bedanke mich recht herzlich für die Einladung zu Ihrem Kongress mit der Frage nach der Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems im Rahmen des demographischen Wandels. Einen weiteren Dank an die Organisation und den reibungslosen Ablauf sowie der Diskussion über die Parteigrenzen hinweg.  

Das gewählte Thema ist aktuell und die Frage sehr wichtig, wenn wir an die Zukunft unseres Landes, an die Zukunft unseres Gesundheitssystems und an die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder denken. 

Die Kolleginnen und Kollegen von den Oppositionsparteien SPD und Grüne legen ein grundlegend anderes Modell vor als die bürgerliche Regierung aus CDU und freien Demokraten. Die Bürgerversicherung - eine ausnahmslose Zwangsmitgliedschaft -steht einem dualen System gegenüber. 

Die SPD stellt in ihrem aktuellem Wahlprogramm völlig zu recht fest: 
„Die Menschen in unserem Land leben länger.“ 

Meine Damen und Herren, ich denke, Sie pflichten mir bei, wenn ich sage: Das ist auch gut so. Aber diese Tatsache stellt unser Gesundheitssystem gleichwohl auch vor eine gewaltige Herausforderung. 

Menschen, die länger leben, werden auch häufiger krank schon allein aufgrund ihrer längeren Lebenserwartung und verursachen hierdurch natürlich auch mehr Kosten. Eine weitere Herausforderung ist der medizinische Fortschritt. Wie so oft im Leben gibt es auch hier zwei Seiten der Medaille. Medizinischer Fortschritt führt zu höheren Kosten im Gesundheitssystem, aber auch zu einer Steigerung der Lebenserwartung und -vor allem -der Lebensqualität.  
Die Oppositionsparteien befürworten ein System der Umverteilung. 
Ist es sinnvoll, ein System, das in Zeiten des demographischen Wandels den Aufbau von Altersrückstellungen leistet, in Frage zu stellen? Ein System, dass sich für 90% der Bevölkerung nicht bewehrt hat und mit Gesundheitsfond und Praxisgebühr zusätzliche Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet, soll nun mit 10 % Privatversicherten funktionieren?
Bei allem Respekt, wir sind ja hier bei einer Tagung der PKV, aber diese chronische Unterfinanzierung wird auch nicht von den Privatversicherten zu tragen sein. Ich danke Ihnen für das Vertrauen, dass Sie in die Versicherten haben, aber realistische Überlegungen für eine nachhaltige Finanzierung sehen anders aus. 

Nein, meine sehr geehrten Damen und Herren, das duale System - ein Nebeneinander der privaten und gesetzlichen Versicherung - hat sich bewährt und muss fortgesetzt werden. Es muss fortgesetzt werden, weil es nachhaltig die Zukunft sichert. Es muss fortgesetzt werden, weil es gerecht ist. Es muss fortgesetzt werden, weil die Pläne der Opposition verfassungswidrig sind. Die privaten Krankenversicherungen beruhen - anders als die gesetzlichen Krankenversicherungen - auf dem Prinzip der Altersrückstellung. Als jüngerer Beitragszahler werden Sie statistisch gesehen seltener krank als im Alter. Der Überschuss in jungen Jahren wird für Sie angelegt und kann dann im Alter abgerufen werden. Die Altersrückstellung ist verfassungsrechtlich durch die Eigentumsgarantie gesichert.
Diesen Hintergrund haben die Kolleginnen und Kollegen augenscheinlich noch nicht verstanden. 

Einheitsversicherung bedeutet fehlender Wettbewerb. Wettbewerb, der bei einem Zwangssystem nicht mehr bestehen würde. Wo bleibt denn der Anreiz für ein Unternehmen seine Leistungen zu erhöhen und diese an den medizinischen Fortschritt anzupassen, wenn ein Konkurrenzunternehmen de facto nicht besteht. Die Gefahr, dass ein Versicherter von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung wechselt, fällt in einer kommunistischen Einheitskasse weg. Wettbewerb ist das beste Instrument, den zu recht hohen Erwartungen der Menschen an das Gesundheitssystem gerecht zu werden. Dieser Wettbewerb setzt aber eine Vielfalt voraus, die das gegenwärtige System nachhaltig unterstützt. 
Wer einen Leistungskatalog will, der den Namen verdient, braucht die private Krankenversicherung. 

Die Unionsfraktionen plädieren für ein Fortbestehen dieses dualen Modells. Wer auch in Zukunft Deutschlands Gesundheitssystem an der Spitze Europas sehen möchte, wer Wahlfreiheit möchte, wer dem demographischen Wandel nachhaltig begegnen will und wer im Alter keinen Kredit für eine Operation aufnehmen will, braucht die private Krankenversicherung mit einem kapitalgedeckten Modell.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. 

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