Montag, 14. Oktober 2013

Rede: Fiktive Trauerrede zum Tode von Maria Stuart



Im folgenden eine fiktive Trauerrede anlässlich des Todes von Maria Stuart




Werte Trauergemeinde.

Sehr geehrte Damen und Herren,




eine Königin ist von uns gegangen. Ihr Leben hat viel zu schnell ein jähes Ende finden müssen aber Ihr hochachtungsvolles Leben wird noch weiter in uns hinfort bestehen können.




Maria Stuart, Königin von Schottland, hatte ein sehr bewegtes und vor allem tragisches Leben hinter sich gebracht. Bereits kurz nach Ihrer Geburt, die Zeiten denkbar ungünstig, geprägt vom Krieg der Engländer und religiösen Unruhen, entschied die Mutter der jungen Maria, das königliche Kind in das friedvolle Frankreich zu bringen. Schon der erste schicksalhafte Moment in dem so jungen Leben der erhabenen Königin war der Tod Ihres Vaters kurz nach Ihrer Geburt. Dieser tragische Umstand machte Sie schon im Alter von 9 Monaten zur Königin von Schottland. Im Kindesalter wurde Sie an der Seite Ihres künftigen Ehemannes Franz II. erzogen und durchlebte eine wohlbehütete, segensreiche Kindheit in friedlich freiheitlichem Charme des französischen Hofes. Ihre Verwandten am Hofe erzogen sie pietistisch und Maria wurde zur frommen Katholikin ferner mit der Absicht später ein Land geprägt von Ruhm und Ehre zu führen. Im Alter von 16 Jahren heiratete die majestätische Maria den später König von Frankreich Franz II. Nach dem Tod der Königin von England erhob nun die Maria Start berechtigte wenngleich konflikthervorbringende Ansprüche auf den Thron zu England, den bis dato Elisabeth I. inne hatte. Der bestialische Bürgerkrieg in Schottland erschütterte das noch junge Königspaar? in Frankreich? schwer sogleich die ruhmreiche Regentin Maria das intrigierte und inszenierte Friedensedikt von Edinburgh niemals hätte unterzeichnen können, da dies nur Ihrer Nebenbuhlerin Elisabeth Machterhalt und Machterweiterung beschert hätte. Der Einschluss des schottischen Parlamentes den Protestantismus als Religion festzulegen war ein tiefer Einschnitt im Leben der Königin. Nach dem tragischen Tod Ihres Mannes wurde Maria nun Königin von Frankreich, kam aber nie über den schmerzlichen Verlust von Mutter und Mann hinweg. Nach schweren Jahren der Einsamkeit und Resignation verliebte sich Maria Stuart in ihren Cousin. Die Heirat von Henry Stuart sicherte der klugen Königin den Thronanspruch zu. Ihre Ehe hatte mehrere Adelsverschwörungen ertragen müssen und so wurde die Liebe immer wieder neu auf den Prüfstand gestellt. Eine weitere Verschwörung gegen ihren Mann musste dieser mit dem Leben bezahlen. Eine weitere glücklose Ehe scheiterte, der schottische Adel versuchte die, wenngleich zu Unrecht, verhasste Königin zu putschen und die gekränkte Maria, politisches Asyl bei der Königin von England, Elisabeth suchte I. Doch in dieser seelisch angespannten Zeit und dieser schweren Stunde hatte es Maria Stuart nicht leicht. Die Königin ließ sie einsperren und auch das von Maria so gewünschte Gespräch blieb leider erfolglos. So musste die einstige Königin von Schottland allein und verlassen im Kerker verharren. Es gab am Ende nur wenige Freunde der Maria Stuart, darum bin ich sehr erfreut, dass heute in würdevoller und ehrenwerter Zeremonie an die Königin mit Nachhallt gedacht wird.

Frau Stuart beugte sich zuletzt dem Urteil einer Königin und verharrte in stoischer Ruhe und Gelassenheit in ihrer ausweglosen Situation. Dieser ehrenwerte Charakterzug hielt bis in solch ganz und gar nicht ehrenwerte Zeit an und verdient Respekt und Anerkennung.

Maria Stuart liebt das Leben, sie ging mit Lockerheit und Zuversicht gegen noch so harte Schicksalsschläge an. Todeserfahrungen, Leid und Missgunst prägten weite Teile ihrer ach so kurzen Lebens. Aber es gab auch Hoffnung, Hoffnung am Hofe Frankreichs, Hoffnung in der schottischen Heimat und Hoffnung von Freunden und Geliebten.

Am Ende geht ein Leben zu Ende, das noch nicht hätte am Ende sein müssen, ja noch nicht einmal dürfen. Was bleibt ist die Erinnerung, die die Trauer überwinden kann. Bewahren wir Maria Stuart für immer in unser aller Herzen weiter und möge Gott uns in seiner allmächtigen Gnade Tost und Zuversicht spenden für jeden den Maria Stuarts Tod bedrückt.
Amen

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