Montag, 30. Dezember 2013

Standpunkt: Eine Glosse über den Mindestlohn

Des weiteren geht es um die Gerechtigkeit des Einkommens - falls so etwas überhaupt existiert. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Was für eine irreführende Maxime. Es gibt Unterschiede in der Qualifikation, in den regionalen Lebenshaltungskosten, in den einzelnen Berufsfeldern. Ich finde es für ausgesprochen frevelhaft, eine staatlich festgelegte Lohnuntergrenze einzuführen. Schauen wir auf die Zahlen so sehen wir, dass 30 % der Erwerbstätigen in den neuen Bundesländern unter der magischen Zahl von 8, 50 € arbeiten. Die nüchternen Zahlen bringen uns aber nicht weiter. Ungerechtigkeit, nicht hinzunehmende Zustände, soziale Kälte werden von der Vereinigten Linken Deutschlands, sei es nun im roten, dunkelroten oder schwarzen Gewand da schnell ins Feld geführt. Dies darf unverblümt als populistisch angesehen werden. Statistiken zu interpretieren, ist Teil eines jeden sozialwissenschaftlichen Studienganges und stünde auch unseren Gutmenschen an. Ich plädiere für Lohnuntergrenzen, aber auch hier muss ein kleiner aber feiner Unterschied erkennbar sein. Der geneigte Leser dieses Textes entdeckt diesen sofort. Der Staat fehlt. Und womit ? Mit Recht. Wieso denken wir, dass uns Vater Staat ( diese Periphrase, ja ich gehe sogar weiter und sage, diese Aischrologie, finden wir nur in der deutschen Sprache) einen gerechteren Lohn beschert, denn ein jahrzehntelang gefestigtes Institutionsgefüge ? Die freiwillige Verbindung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern nannte man bis vor kurzem Tarifautonomie. Ein bemerkenswertes Element der sozialen Marktwirtschaft. Heute, mit der vermeintlichen und hoffentlich vermeidbaren Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns nennen wir dies: Vater Staat. Ich darf darauf hinweisen, dass wir uns wohl alle als unmündige Bürger sehen, die ihre Rechte abgeben und Bevormundungen scheinbar mühelos hinnehmen. Der devote Deutsche in Reinkultur. Ich spreche den Bürgern unseres Landes die Verantwortung nicht ab, ich spreche ihnen diese Verantwortung ausdrücklich zu. Die Müllers und Meiers Deutschlands können selbst entscheiden und brauchen keine fiktive Organisation oder Institution, die bevormundet und gängelt und bemuttert. Wir wären nie aus einer wirtschaftlichen Flaute oder gar Krise herausgekommen, wenn wir an starren Löhnen alternativlos festhalten, wie die Pferde die Magdeburger Halbkugeln in Otto von Guerickes Experiment zur Wirkung des Luftdruckes aus dem Jahre 1654.   Nur eine kluge und vernünftige Tarifautonomie ist der Garant für das wirtschaftliche Wachstum und die beeindruckende Entwicklung Deutschlands vom kranken Mann Europas aus den Anfängen dieses Jahrhunderts zur Vorreiterrolle im Jahre 2013, zumindest bis vor dem 22. September 2013. Damit dies so bleibt appelliere ich an die politischen Entscheidungsträger unsere Landes. 
In diesem Sinne. 


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