Samstag, 18. Januar 2014

Essay: Das globalisierte Zeitalter

Wir leben in einer globalisierten Welt und sind Teil davon. Dies ist nicht erst seit der Weltwirtschaftskrise zu erkennen. Geht es der Bank in South Dakota schlecht, kann auch die Sparkasse in Quedlinburg darunter leiden. Dieser komplexe Zusammenhang ist nicht immer leicht zu verstehen und macht vielen Menschen Angst. Doch verkennen viele Personen die Chancen in einer globalen Welt. Wer hätte gedacht, dass China Exportweltmeister des Jahres 2009 wird? Unser Zusammenleben ist viel komplexer geworden. Viele Entscheidungen können nicht mehr, wie vor 30 Jahren, national entschieden werden, sondern bedürfen einer gewissen Internationalität.  Globalisierung ist nicht zuerst die Angst um den eigenen Job und Fremdenhass, sondern die Chance der Armen dieser Welt satt zu werden und der kulturelle Austausch verschiedener Nationen. 
Es ist nun mal eine Tatsache, dass die Nahrung auf dieser Welt nicht in jeder Region gleich verteilt wurde. Die Beteiligung der sogenannten Schwellenländer am Welthandel ist für diese Länder eine Chance.  Wir trinken Wein aus Mendoza und genießen Kaffee aus Äthiopien. Diese Länder sind darauf angewiesen und wir sollten sie unterstützen.
Unsere heutige Welt ist auf hohem technischem Niveau. Da bestellen Kühlschränke die fehlende Butter, Autos parken selber rückwärts ein und Roboter erledigen die Hausarbeit. Doch was, wenn unser Iphone versagt, das Notebook streikt oder gar der Strom ausfällt? Unsere Welt hat sich in eine Abhängigkeit manövriert. Sicherlich ziehen wir viel Nutzen aus der Technik, doch anderseits erfordert dies einen klugen Umgang mit selbiger. Das Brennprogramm sichert meine Urlaubsvideos, kann aber auch den neusten DVD – Film aus der Videothek vervielfältigen. Nukleare Atomkraftwerke erzeugen Strom, nukleare Waffen hingegen richten unmenschlichen und grausamen Schaden an. Dennoch sollten wir nicht idealistisch und ideologisch die Augen vor neuer Gentechnik verschließen, auch nicht vor Embryonenforschung. 
Die zentralen Werte der heutigen Gesellschaft sind nicht mehr die Leistungsgerechtigkeit oder die Chancengleichheit am Start, sondern die soziale Gleichmacherei und die Ergebnisgleichheit am Ende. Werte wie Meinungsfreiheit, persönliche Freiheit und Redefreiheit oder auch das Bankgeheimnis werden viel zu gerne aufgegeben und nicht verteidigt. Es werden öffentliche Plätze Videoüberwacht aus Angst vor dem Terrorismus, es werden Internetverläufe ein halbes Jahr lang gespeichert aus demselben Grund. Es wird nach dem Staat gerufen, wo der einzelne Mensch vielmehr bewirken könnte. Allein schon die heutige Definition von „sozial“ entlarvt die Staatskunden von dem mündigen Staatsbürger. Sozial ist in erster Linie nicht die Transferleistung der Agentur für Arbeit oder welcher Behörde auch immer. Sozial ist die Hinwendung des Menschen zum Menschen. Der Staat sind wir. Wir sind keine Untertanen, sondern mündige freiheitsliebende Staatsbürger, die sich einen Staat wünschen, der sich auf seine Kernaufgaben konzentriert und den wirklich Bedürftigen und nicht den Findigen hilft.       

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