Montag, 24. März 2014

Standpunkt: Die Möglichkeiten einer Frage

Was gehört zu einer guten Rede ? Welche Elemente sollte ich benutzen, um meine Argumente nachhaltig anzubringen und meine Leser bzw. Zuhörer von der Richtigkeit meiner Sicht zu überzeugen? Es sind in erster Linie Fragen, die wohl dosiert eingesetzt die gewünschten Effekte bringen (können) In letzter Zeit habe ich mich selbst mit vielen Fragen befasst, aber auf die meisten konnte ich keine überzeugende Antwort finden. Dieser Blog soll daher  - mehr als sonst - zu einer Diskussion einladen und auch andere Sichtweisen erhellend aufzeigen. Denn nur die Diskussion bringt uns voran!
Das erste Thema: Der Wahlausgang und die Folgen der Großen Koalition
Seit September 2013 sind nunmehr 6 Monate vergangen und an den Folgen des Koalitionsvertrages aus Dezember 2013 lassen sich einige Fragen ableiten, dessen Reichweite noch gar nicht bewusst geworden ist. 
Es ist der Großen Koalition glücklicherweise nicht gelungen die Private Krankenversicherung (PKV) in Gänze abzuschaffen. Der zuständige Gesundheitsminister Gröhe und der gesundheitspolitische Sprecher de CDU, Jens Spahn, konnten diese absurde Forderung der SPD Fraktion unterbinden. Dennoch haben 90% der Versicherten in Deutschland nicht die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen zu dürfen. Warum kann so ein System von unseren Gerechtigkeitsfetischisten unterstützt werden?  Sowohl Linke, Grüne und die SPD finden an diesem System keine Anstößigkeiten! Erst eine bürgerlich - liberale Politik setzt sich für echte Wahlfreiheit im Gesundheitssystem ein! Eine richtige und wichtige Sache, für die es sich auch argumentativ zu streiten lohnt. 
Ein Argumentationspapier für die PKV ist auf diesen Seiten ebenso zu finden und gilt als erstes Rüstzeug im Diskurs mit der Vereinten Linken. 
Das zweite Thema: Die Rentenpolitik seit dem Beginn der Großen Koalition. 
Dieses Thema ist an Realsatire nicht zu überbieten. Laut dem Bundesamt für Statistik und einigen weiteren namhaften Instituten wird der Anteil der älteren Menschen zunehmen und der Anteil der Neugeboren und damit der Anteil der jungen Bevölkerung abnehmen. In all diesen Statistiken wird nicht zuletzt mit dem „Horror - Szenario“ des Deutschen gespielt: Kurz oder lang wird es keinen Deutschen mehr geben und wir werden zu einer unbedeutenden geschichtlichen Randfigur mit ausgeprägtem Hang zur Überschätzung - nicht zuletzt im vergangen Jahrhundert. (Daher setzt sich der Deutsche - bewusst pauschalisiert- für mehr Europa und mehr Regulierungswahn seitens der Europäischen Union ein, um wenigstens in den Vereinten Staaten von Europa seine marginale Stellung etwas aufzuwerten) Auf der anderen Seite sehen wird dank des medizinischen Fortschrittes einer immer höher werdende Lebenserwartung entgegen. Ein Punkt, der nicht geleugnet werden kann und per se positiv besetzt ist. Der logische Schluss aus diesen beiden Punkte wäre - nach meiner Überzeugung - die Anhebung des Rentenalters, um überhaupt ansatzhalber eine Finanzierung dieses gigantischen Umverteilungs - und Queersubventionierungssystems herzustellen. Eine Alternativlosigkeit wird schon bei dem Wort „Generationengerechtigkeit“ propagiert, denn wer ist schon für „Generationenungerechtigkeit“ ? 
Ein kleiner Exkurs sei gestattet: In den USA wurde und wird eine hitzige Debatte zum Thema Schwangerschaftsabbruch geführt. Die Argumentation der Befürworter des Schwangerschaftsabbruches kann sehr schnell der Wind aus den Segeln genommen werden, wenn sich die Gegnerschaft den Namen „Pro Life“ gibt. Der Umkehrschluss wäre dann „Pro Death“ und dies ist bekanntlich nicht allzu positiv konnotiert. 
Warum hören wir also heute kein Wort mehr über ein System der Flexibilisierung der Rente? Warum verharren wir - zum Teil ideologisch gesteuert - auf einem starren Renteneintritt mit 63, 65, 67 oder weiß der Teufel wann? Natürlich gibt es Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis 67 arbeiten können oder wollen. Natürlich hat der hart arbeitende Maurer mehr Probleme mit 60 oder teilweise auch schon mit 50 auf Dächer zu klettern als die Sekretärin mit 65 Büroarbeiten zu bewältigen.  
Warum müssen wir alles starr und doktrinär bürokratisch festlegen? Jeder Mensch ist verschieden, warum aber seine Planungen im Alter staatlich festgesetzt? Warum spürt die Politik nur so geringen Widerstand und Widerspruch der jungen Generation? Das größte Sprachrohr der jungen Menschen in diesem Land - die Junge Union Deutschlands - tritt dennoch vehement gegen die sogenannte Rente mit 63 ein und vertritt diese Ansichten auch im Deutschen Bundestag. 
Ich greife hier im übrigen bewusst Themen auf, die vor 5 oder 7 Jahren noch inhaltlich diskutiert wurden. Ich gebe auch zu - im Gegensatz zur AfD - bewusst in Wahlprogrammen meine Ideen zu finden. Es ist auch nichts verwerflich dabei. Verwerflich ist meiner Ansicht nach nur, dass eine Diskussion heute schon im Keim erstickt wird. 
Wo wir gerade bei einer lebhaften Diskussionskultur sind, darf ich einen geschätzten Vertreter der Hayek Gesellschaft zitieren.
Ein Schweizer Ökonom bemerkte einmal: das Heimtückische sog. schleichender Prozesse liegt darin, dass die Normalbürger die Folgen erst in einem fortgeschrittenen Stadium wahrnehmen (wie bei Krebserkrankungen). „Es scheint lange gerade noch zu gehen, bis am Schluss gar nichts mehr geht“. Dann, erst dann schlägt die Stunde liberaler Reformer wie Margaret Thatcher, wie Ronald Reagan, Roger Douglas oder Ludwig Erhard. Demokratien können dann beweisen, dass sie nicht strukturell zum Niedergang konditioniert sind.
Das dritte Thema: Der gesetzliche Mindestlohn
Die Regulierung des Arbeitsmarktes schreitet allerorts voran. Die Tarifautonomie wird immer weiter aufgehoben bis sie mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes nahezu total zusammenbricht. Die Staatsgläubigkeit und die Entpolitisierung vermehren sich bis auf weiteres exponentiell. Der Grund dafür liegt im „guten Klima“ für Staatsbefürworter und Regulierungsfetischisten. Es gibt keine Partei im obersten deutschen Parlament, die sich für „Weniger Staat!“ oder eine „Begrenzung der staatlichen Aufgaben“ entschieden genug einsetzt. Wir halten uns selbst für unmündig und risikolos. Es wird dann wohl schon Vater Staat regeln. Woher soll ich denn Wissen, was gut für mich ist. Der Mindestlohn ist dabei nur die Spitze des Eisberges. Wir sollten uns hier keiner willkürlich gezogene Grenze unterziehen. Der Lohn in Rostock ist anders zu bewerten als in München - ja, selbst der Lohn in ländlichen Gebieten ist anders zu bewerten als in der Stadt - im übrigen ist es völlig irrelevant ob ich mich auf dem Land in Ost oder West oder in der Stadt in Nord oder Süd befinde. Es gibt diese Unterschiede überall und diese Unterschiede machen das Leben erst lebenswert. Frei von jedem inklusiven Denkgebot.  
Auch hier verweise ich auf diese Seite: Zu finden ist ein Argumentationsblatt zum Thema Mindestlohn - ironisch zugespitzt, aber die Argumente sind dennoch sachlich dargelegt. 
Wollen wir uns ernsthaft einen Lohn diktieren lassen und der Rolle des verschlafenen Deutschen Michels gerecht werden? Wollen wir ernsthaft den Arbeitsmarkt noch weiter regulieren und dabei die Chance auf einen Wiedereinstieg in den zweiten oder dritten Arbeitsmarkt unterbinden und das Risiko einer erhöhten (Jugend) - Arbeitslosigkeit zulassen? 
Diese Fragen sollen zum Nachdenken anregen. 
Am Ende geht es mir um die Frage, welche politische Geisteshaltung in Deutschland in den nächsten Jahren anzutreffen sein wird ?
Ist es der Ruf nach staatlicher Regulierung und Bevormundung, der uns allen entgegenschallt? 
Oder wird es die Fackel der Freiheit sein, die uns in einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft weiterhin Werte und Wohlstand sichern wird? 
Die Freiheit soll uns anspornen. Dafür steht dieser Text und dafür möchte ich mich weiterhin politisch stark machen!  






1 Kommentar:

  1. Was spricht gegen eine Bürgerversicherung?
    Sie senkt wahrscheinlich allemal die kosten pro Person im Gesundheitswesen.
    Ein Argument hierfür wäre Großbritannien, dieses Land hat ein Gesundheitssystem was der Staat bezahlt, also ähnlich der Bürgerversicherung und hat im OECD durchschnitt weniger ausgaben pro Kopf.
    Außerdem nimmt es keinem die Wahlfreiheit. Man sollte sich immer noch Privat Zusatz Versichern können, wenn man dies will und bezahlen kann.

    Außerdem ist es nicht Werturteilsfrei, wenn immer von einer vereinigten Linken gesprochen wird!

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