Freitag, 3. Oktober 2014

Reisebericht: Inzell, München, Nürnberg. 19. - 24. September 2014

Eine lange Zeit der Erholung lag hinter mir. Abgesehen von einer Kreisvorstandssitzung der JU Zwickau und einigen Treffen mit guten Freunden, habe ich nach der Wahl zum 6. Sächsischen Landtag erst einmal Urlaub gemacht. Der Wahlkampf wurde engagiert geführt und wir haben uns alle mächtig angestrengt, dass ein gutes Ergebnis für die Sächsische Union erzielt wird. Das hat ja auch fast perfekt funktioniert. Aber eben nur fast.

Heute ist also Freitag, der 19. September 2014. 6 Uhr beginnt mein Tag. Etwas früher als gewohnt, aber das „basst schon.“ Ich freue mich auf die nächsten sechs Tage in Bayern. 7.28 geht mein Zug mit der Deutschen Bahn in Richtung Nürnberg. Die Fahrt verläuft ungewöhnlich angenehm. Die meisten Menschen haben ja gerade in Deutschland das zwanghafte Bedürfnis sich beschweren zu müssen. Das ist bei mir heute nicht so, darum erwähne ich dies hier ausdrücklich. Nach einem kurzen Aufenthalt in Nürnberg geht es weiter mit dem ICE nach München. Die Vorfreude wird schon merklich größer. Diese Fahrt verläuft dann doch wieder etwas deutscher und bahntypischer. Mit einer Verspätung von 15 Minuten komme ich dann in München an. 5 Minuten weniger und ich wäre in den berühmten 10 Minuten von München Hauptbahnhof bis nach München Flughafen gekommen. Ich muss schmunzeln und denke bereits an morgen. Der ehemalige Ministerpräsident und insgeheim rhetorische Wunderwaffe der CSU - Dr. Edmund Stoiber - wird auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Inzell zu uns sprechen. Nur allein dafür lohnt sich die Anreise. Aber noch sitze ich im ICE fest. Nach den besagten 15 Minuten kann ich mit weniger Zeitpuffer als erwartet den Zug Richtung Salzburg nehmen. Als ich im Zug saß, gönnte ich mir erst mal eine Mozartkugel. Salzburg und so, ihr wisst schon. So viel Zeit muss sein. Einige Menschen trinken sogar das passende Bier der Stadt, wenn sie mit dem Zug daran vorbeifahren. Dazu entschied ich mich nicht, denn es war schließlich erst kurz vor 12 Uhr. Zugegeben, dass ist in Bayern nicht einmal unüblich, aber der Tatsache geschuldet, dass München allein sieben (!) mir bekannte Brauereien besitzt, lehne ich dankend ab. Nach etwa 2 Stunden und einer Busfahrt von Traunstein nach Inzell, erreichte ich mein Ziel. Inzell ist eine kleines Dorf und das wurde mir auch schnell ersichtlich. Der Deutschlandtag der kurzen Wege, heißt es in der Bewerbung. Dieser Analyse stimme ich ausdrücklich zu. Der Ort ist schon voll im Besitz der Jungen Union. Überall bekannte Gesichter und junge, engagierte Menschen. Vom Busbahnhof Inzell, der zwei Bushaltestellen einschließt, sind es etwa 5 Minuten Fußweg zu unserem Hotel. Nach dem Einchecken, hatte ich mir eine kurze Pause auf dem Eckbalkon unseres Zimmers verdient - inklusive Blick auf die Alpen bei wunderbarem Wetter. Am Freitagabend ging es noch zur Wahl des neuen Bundesvorsitzenden der Jungen Union Deutschlands. Nach Abschluss der Wahlen, konnten wir gegen 3.30 auch ins Bett gehen, um am darauffolgenden Morgen Grußworte von Edmund Stoiber zu hören. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich natürlich Mitternacht meinen Geburtstag im engsten Kreise der Sächsischen Delegation gefeiert habe und am Samstagabend ebenfalls weitergefeiert habe. Das war schon ein Erlebnis mit etwa 600 Gästen und Delegierten bei einem urigen bayrischen Abend oktoberfestähnliche Stimmung zu erleben.  Deftiges Essen, eine geschmückte Halle und eine Band, die Stimmung machte und uns enthusiastisch mitriss. Die Junge Union ist 50 % politische Arbeit und 50 % Stimmung. Das stimmt heute umso mehr. 
Am Sonntag hatten wir dann noch eine Diskussion mit anderen politischen Jugendorganisationen. SPD, Grüne, FDP und natürlich unser neuer Bundesvorsitzender Paul Ziemiak wurden zu ganz verschiedenen politischen Themen befragt. Dabei wird deutlich, dass Paul sachlich analysiert und klar zwischen einer ernsthaften Diskussion und einer Bierzeltrede unterscheiden kann. Der frühe Nachmittag führte mich dann weiter nach Erding. Oktoberfestähnlich ist nicht Oktoberfest und so durfte ich noch einige Zeit bei bayrischen Freunden bleiben, die ich vor gut einem Jahr kennenlernen durfte. Daniel und Jonas sind Brüder und haben mich mit einer offenen bayrischen Gastfreundschaft empfangen. Die Themenpalette war dementsprechend groß - von politisch analysierend bis positiv bekloppt, je nach Tageszeit und Tagesverfassung. Für diese schnelllebige Zeit möchte ich mich natürlich ausdrücklich bedanken. Ein Seminar gemeinsam besuchen ist das eine, sich danach trotz großer Distanz nicht aus den Augen zu verlieren und in Kontakt zu bleiben, ist das andere. Das ist nicht selbstverständlich. Es ist auch nicht selbstverständlich, auf zwei engagierte und politisch interessierte Menschen zu treffen und nach kurzer Zeit ein Gefühl des „Dazugehören" zu bekommen.Es war daher naheliegend, dass wir zusammen auf das Oktoberfest gehen werden. Ich kaschierte mein nicht bayrisches Aussehen ( ja, ich bin ein „Preiß“) mit einer Lederhose und einem Hemd. (herzlichen Dank an Jonas!) Ein von mir ausgesuchtes Hemd wurde übrigens mit großer Mehrheit abgelehnt. Man muss sich ja nicht gleich als Zugereister offenbaren. Auf der Fahrt von Erding nach München trafen wir einen Bekannten von Daniel, der an diesem Montag Geburtstag hatte. Dieses Gespräch erwies sich als tiefgründig, philosophisch und nachdenklich zugleich. Eine sehr interessante Begegnung an diesem Morgen. Nach einem ersten Rundgang über die Wies´n war ich sehr beeindruckt von der Größe und Weite des Areals. Im folgenden haben wir einstimmig beschlossen, etwas trinken zu müssen. Der Weg führte uns ins Paulaner Festzelt. Dort trafen wir auf 2 Australier in Lederhose und Hemd. Skurriles hat dieses Volksfest aller Volksfeste allemal zu bieten. Natürlich mussten wir uns beim reservierungsbedingten wechseln des Zeltes verlieren. Das gehört dazu. Aber es ging alles gut aus - glücklicherweise. Der Dienstag begann mit einem Besuch in Erding. Die Stadt ist eine Reise wert. Das Highlight des Tages markierte dann aber der Besuch der Allianzarena mit dem Spiel Bayern - Paderborn. Das Spiel endete mit einem hochverdienten 4: 0. Ein toller Abend mit Daniel und noch einigen Bekannten des bayrischen Burschen. Der Abend ging aber noch weiter, denn der Vorteil von Brüdern ist, dass es zwei sind. Ich wurde also noch von Jonas  in die Welt des Weines eingeweiht. In Wein liegt bekanntlich die Wahrheit. (Ich bin echt dankbar, dass ich hier ohne Floskeln auskomme und gerade dieser Ausspruch eher selten verwendet wird.) Im Wein liegt also die Wahrheit und so konnten wir uns noch ganz unbeschwert unterhalten. Auch hier wieder mit der breiten Themenpalette - aber wir kennen das ja schon. Der Mittwoch markierte den Aufbruch aus dem gelobten Land - wie es der Bayern in seiner zurückhaltenden und demütigen Art immer wieder gern formuliert. Die Reise führte mich von München nach Nürnberg, wo ich eine kleine Pause einlegte. Allein zu reisen macht bekanntlich weniger Spaß und so besuchte ich einen Freund aus Franken, den ich ebenfalls bei besagtem Seminar kennenlernen durfte. Hier gilt mein Dank Leon, der sich die Zeit nahm. Er zeigt mir Nürnberg und wir hatten ebenfalls interessante und kurzweilige Gespräche und Stunden in Franken verlebt. Dies war dann mein Ausflug in den Süden für dieses Jahr gewesen - oder sagen wir lieber für den Monat September, man weiß ja nie, wo der Weg des Lebens neue Pfade für einen bereithält. Es gilt am Ende noch einmal der Dank an Daniel und Jonas für ihre tolle Gastfreundschaft und die wunderbaren erlebnisreichen Tage. So sollte jeder Geburtstag ablaufen. Leon danke ich für angenehme Zeit in Nürnberg mi Stadtführung und mit interessanten Begegnungen und guten Gespräche.In diesem Sinne. Reisen erweitert den eigenen Horizon und vertieft so manche Freundschaften und Begegnungen.  

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