Montag, 15. Dezember 2014

Adventskalender 15. Dezember 2014

Nachdem ich gestern die letzte Ausgabe von "Günther Jauch" in diesem Jahr angeschaut habe, sind mir einige Gedanken durch den Kopf gegangen. 
Warum werde ich nicht als Gast eingeladen. Ich bin Student und aus Dresden. Eine weitere Qualifikation scheint es nicht zu brauchen. 
Es ist schon sehr verwunderlich, dass Herr Jauch seine eigene Talkshow nicht mehr im Griff hat. Die Redaktion lud mit Bernd Lucke einen engagierten Talkshowgast ein. Man hätte vermuten können, das Herr Lucke eher über die AfD und parteipolitische Auseinandersetzungen reden wird, als über den Anlass einer Demonstration in Dresden. Gleichwohl waren Herr Lucke und Herr Spahn noch die Gäste, die sich der Probleme der Demonstranten annahmen. Gesine Schwan kam viel zu schnell in die Sprache der Politik zurück und redete mit aller rhetorischen Unsicherheit die Probleme der Menschen klein. 
So wurde auch nur bedingt über die Demonstration gesprochen und schnell zum Thema "Rolle der AfD innerhalb der Gesellschaft" übergangen. Schade eigentlich, aber es zeigt die Hilflosigkeit der Politik eine Lösung zu finden. 
Sicherlich kann man auf den Demonstrationen rechtsradikale Kräfte finden und Hooligans oder andere kriminelle Spinner. Der Verfassungsschutz in Sachsen stuft jedoch die Mehrzahl der nunmehr 10.000 Bürgerinnen und Bürger als nicht kriminell oder gar rechtsradikal ein. Das Zerrbild der Medien über die vermeintlichen Teilnehmer hält sich bis heute starr in der Öffentlichkeit. 
Ich kritisiere die rechtsradikalen Strömungen in Dresden, Sachsen und Deutschland. Zahlen des Dresdner Kommunikationswissenschaftlers Donsbach machen mich noch besorgter. Er sagt, dass etwa jeder 5. Sachse latent rechtsradikal sei. Ich kenne diese Studie noch nicht, werde mich aber damit in nächster Zeit beschäftigen. 
Den Grund sehe ich aber - nicht nur- in der Systemtransformation im Osten des Landes. Die ehemaligen DDR Bürger glaubten an "blühende Landschaften" und an den "wirtschaftlichen Aufschwung durch die DM, den EURO oder eine andere harte Währung." 
Beides traf meiner Meinung nach ein. Ersteres ist zu sehen, wenn man sich die Städte der ehemaligen DDR im Zeitraffer ansieht. Neue Fassaden, mehr Grünflächen und keine weiteren Abstufungen der Grautöne. Den umweltpolitischen Aspekt brauche ich hier gar nicht zu nennen. Es geht voran und es ging voran, aber nicht in der vorgegebenen Zeit. Dies wurde nicht richtig kommuniziert. Ein Vertrauensverlust war vorprogrammiert. 
Das zweite Thema ist der EURO. Hier sind die Erfolge schon nicht mehr in diesem Umfang zu erkennen. Die Bevölkerung ist verunsichert und die Politik erklärt nur unzureichend. Ein klares Bekenntnis zum EURO wird heute nur noch mit der Europäischen Union verknüpft und diese wiederum mit dem Aspekt des Friedens. Solche Kausalketten sind extrem schwierig, da Kritiker der Europäischen Union oder des EURO als Friedensgegner abgestempelt werden.  Es erinnert ein wenig an die Zeit in der Sowjetunion. Der Kommunismus sei Garant für Frieden. Wer den Kommunismus überwinden oder nur reformieren wollte, war ein Friedensgegner. So entstehen Denkverbote und Diskussionen finden nicht mehr statt. Wenn diese Diskussionen nicht geführt werden, dann verabschieden sich gewisse Teile der Gesellschaft aus dem öffentlichen Leben. Sie laufen still und friedlich durch die Straßen und verweigern den Dialog. Hier muss man ansetzen. Dialog muss gesucht werden. Dies wird jetzt wohl in Dresden an den Runden Tischen passieren. Aber bitte ideologiefrei und ohne vorheriges Abstempeln als rechtsradikale Spinner. 

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