Mittwoch, 3. Dezember 2014

Adventskalender: 4. Dezember 2014 1. Teil

Heute wird es ein literarischer Adventskalender. Daher nicht aktuell und auch mal ein Thema, welches Weihnachten nur sehr indirekt berührt. Ich möchte anhand der Leserzahl erst einmal Danke sagen und den Zugriffszahlen entsprechend dieses Thema anreißen. Es geht um Antigone. Ein Drama von Sophokles. Dabei danke ich meinen ehemaligen Deutschlehrer für diese Aufgabe. Die Aufgabe lautetet Antigone in einen Prosatext aus der Sicht des Ich - Erzählers umzuformulieren. Aber lest es einfach selbst. 

Nach einem erbitterten Kampf um die Herrschaft über die Stadt Theben kommt es zum Tod der beiden Brüder Eteokles und Polyneikes.  Als rechtmäßiger Nachfolger und damit neuer König von Theben  wird Kreon ernannt. Als eines seiner ersten Amtshandlungen erlässt Kreon ein Gesetz, welches die nach göttlichem Recht überaus bedeutsame Beerdigung von Polyneikes unter Strafe stellt. 
Antigone, die Schwester des Polyneikes und die Nichte von Kreon, sieht in diesem Erlass einen Widerspruch zu den geltenden Sitten und Normen, welche stellvertretend für die ewigen Gebote der Götter stehen. Die mutige junge Frau sieht in diesen göttlichen Geboten und in der Pflicht ihren eigenen Bruder würdig zu bestatten einen höheren Stellenwert als in der Staatsräson ihres heroischen Onkels. In dieser Situation bittet Antigone um Hilfe von ihrer Schwester Ismene. Die charakterschwache Ismene lehnt jedoch aus Angst vor Konsequenzen ab und ordnet sich damit dem Mann im Besonderen und Kreon im Einzelnen unter. 
Antigone beschließt daraufhin ihren Bruder Polyneikes, der in den Augen von Kreon ein Vaterlandsverräter ist, alleine die letzte Ehre zu erweisen und ihm so Zutritt ins Reich der Toten zu gewähren. Die Wächter am Grab von Polyneikes beobachten Antigone bei ihrer gesetzeswidrigen Tat  und bringen sie zum Palast des Königs von Theben, in den Palast von Kreon.  Antigone, die hier aus ihrer Charakterstärke und aus ihrem festen Glauben heraus sehr entschlossen handelt, gesteht die Tat ohne jedes Zögern. Das mutige Mädchen begründet ihr Handeln damit, dass Kreon Staatsräson über die geltenden Gesetze der Götter stellt. Antigone muss aber auch als Nichte von Kreon bestraft werden, da sie gegen das Recht verstoßen hat und bei einem Freispruch jedes Gesetz seine Glaubwürdigkeit verlieren würde. 
Im Folgenden kommt es zu einem Streitgespräch zwischen Hämon, dem Verlobten  von Antigone, und dessen Vater Kreon. Der Sohn fordert aus Liebe zu seiner baldigen Gemahlin den Freispruch und beklagt die absolute Alleinherrschaft seines Vaters und den fehlenden Bezug zum Volk. Als Resultat dieses Gespräches kommt es zum Bruch zwischen Hämon und Kreon und dieser ordnet an, Antigone lebendig in eine Höhle zu sperren und diese anschließend zu versiegeln. Die gottesfürchtige Antigone nimmt ihr Schicksal ohne jeglichen Widerstand entgegen und begeht aus Angst vor dem sicheren Tod Selbstmord, jedoch empfindet sie auf der anderen Seite auch Vorfreude auf den bevorstehenden Tod, da sie ihre gesamte Familie wiedersehen wird. Kurz vor ihrem Ableben reflektiert sie ihr Leben und vergleicht ihr Schicksal mit der Tochter des Tantalos, die wegen ihrem Übermut, auch Hybris genannt, von den Göttern bestraft wird. 
Derweilen berichtet der blinde Seher Teireisias Kreon von einem schlechten Omen. Der auf seinem Standpunkt behaarende  Kreon schenkt ihm aber keinerlei Bedeutung. Das  Gegenteil ist der Fall, denn Kreon verurteilt Teireisias der Geldgierigkeit und somit der Korrumpierbarkeit. Daraufhin wird Kreon zornentbrannt der Tod seines Sohnes und seiner Gattin Eurydike prophezeit. Der kaltherzige König sucht folglich den Rat des Chores, der im Stück eine kommentierende und zusammenfassende Funktion einnimmt.  Dieser Chor rät Kreon die Freilassung Antigones und ein würdiges Begräbnis für Polyneikes. 
Im sogenannten Exodus erkennt Kreon, dass er den falschen Werten und Normen gedient hat und versucht Antigone zu befreien. Jedoch kommt jede Einsicht zu spät, da sich Antigone bereits erhängt hat, um den unausweichlichen Hungertod zu entkommen. 
Hämon begeht aus Liebe zu Antigone ebenfalls Selbstmord, aber er hat auch jeglichen Glauben an seinen Vater verloren. Aus der Sicht von Hämon verfolgt sein Vater die falschen Ideale. Als der Bote den Tod des  Hämon dem König übermittelt, bringt dieser den Leichnam in den Palast. Aus Kummer über den Verlust des eigenen Sohnes nimmt sich auch Eurydike das Leben. 
Letztendlich muss nun auch Kreon eingestehen, dass er sich der Hybris schuldig gemacht hat und daraufhin folgerichtig von den Göttern bestraft wurde. Diese Einsicht kommt jedoch zu spät und die Floskel Hochmut kommt vor dem Fall bewahrheitet sich damals wie heute auf eindringliche Weise. Dadurch hat die Tragödie auch nach mehreren Jahrhunderten an Aktualität nicht verloren. 
 

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