Sonntag, 7. Dezember 2014

Adventskalender: 7. Dezember 2014

Die DDR und das 3. Reich kann man nicht vergleichen? Man kann und jeder Student der Politikwissenschaft weiß das auch. Nur will es aufgrund ideologischer Schwierigkeiten keiner machen. Keiner? Nicht ganz, ich habe mich mal drangesetzt und eine Karikatur zu diesem Thema bearbeitet. Dies war im übrigen auch eine Aufgabe des Leistungskurses Geschichte in Sachsen. Die Karikatur kann im Internet gesucht werden. Es ist aber nicht zwingend notwendig, um den Inhalt zu verstehen. Aber lest erst mal selbst:
Die vorliegende Karikatur aus der „Tarantel“, einem satirischen Monatsmagazin aus dem November des Jahres 1959 erschienen in Berlin (West)
Eine kurze Vorbemerkung zu den geschichtlichen Umständen aus dem Jahr 1959 sei angebracht. Es ist wichtig zu wissen, dass die Karikatur in Westberlin publiziert wurde, Hier war eine Meinugs- und Pressefreiheit garantiert und die Nähe zu der DDR Hauptstadt Berlin (Ost) macht die Karikatur glaubhafter, da so mehr Zeitzeugenberichte untergebracht werden können. Bereits im Jahre 1949 am 7. Oktober gründete sich die DDR und Berlin wurde zur Hauptstadt erklärt und eine Verfassung über das neue Land gegeben. Bereits 1950 wurde das MfS, das Ministerium für Staatssicherheit, gegründet, welches dem Ziel der westlichen Sabotage Einhalt zu bieten, verpflichtet sein sollte. In Wirklichkeit war dies aber nur der anfangs einer beispiellosen, sukzessiven und flächendeckenden Überwachung nahezu aller Bürger der DDR. Am 11.10.1949 wurde Wilhelm Pieck der erste Präsident der DDR. Ein weiter Einschnitt in die frühe DDR Geschichte waren die sogenannten Waldheimer Prozesse, im Zeitraum vom 21. April bis zum 29. Juni 1950 im Zuchthaus der sächsischen Kleinstadt Waldheim stattfanden. Die 342 Angeklagten wurden zu 15 Jahren Freiheitsstrafe oder noch schlimmeren Strafen verurteilt und wurden aus den verbliebenen drei sowjetischen NKWD-Speziallagern Bautzen, Buchenwald und Sachsenhausen, in denen sie teilweise seit 1945 inhaftiert waren, nach Waldheim gebracht. Im Rückblick gesehen wurden hier Schauprozesse veranstaltet, die nichts mit dem heutigen Justizverständnis zu tun haben. Einen Verweis auf sogenannte Speziallager in Buchenwald oder auch Sachsenhause lassen die Vermutung aufkommen, dass hier bestehende Konzentrationslager aus NS Zeiten weitergeführt wurden, jedenfalls bis 1950. Nichtsdestotrotz ist die Dimension der Verbrechen eine andere und von einem KZ in Nazimanier in der DDR zu sprechen wäre vermessen und unangebracht Bereits am 23.6.1946 wurde das Neue Deutschland gegründet, eine Parteizeitung der SED. Am 15.10.1950 folgten die ersten Wahlen in der DDR, jedoch war eine Einheitsliste für die Kandidaten der Nationalen Front bereits vorherbestimmt und eine Alternative bestand nicht. Auch die Stimmenverhältnisse fielen stets zu Gunsten der SED und ihren zahlreichen Massenorganisationen aus. Am 7.8. 1950 wurde die GST, die Gesellschaft für Sport und Technik der DDR, ins Leben gerufen. Aber nun werde ich mich dem Interpretieren der Karikatur widmen.
Die Karikatur ist drei Bereiche aufgeteilt. Das Bild wird in der Mitte geteilt und man erkennt auf der rechten wie linken Seite das gleiche Bild, jedoch mit verschiedenen abgeänderten Details. Der dritte Teil ist ein über die gesamte Karikatur geschriebene, im unteren Teil, der Satz:„ Rechtmäßiger Nachfolger des Deutschen Reiches ... ist die DDR!“ Es ist zu erkennen, das links Elemente aus der Nationalsozialistischen Diktatur verwendet worden und im rechten Teil Elemente der kommunistischen Diktatur der DDR. Ich möchte jedoch mit der rechten Seite beginnen.Im oberen Bildteil des rechten Bildes erkennt man ein Flugzeug mit dem Symbol des roten Sternes, der Russland oder damals der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Dieses Flugzeug demonstriert zum einen die vermeidliche Stärke des Regimes, aber zeigt auch die Abhängigkeit der DDR gegenüber der UdSSR. Es wird deutlich, dass der „große Bruder“ aus Moskau stets ein Auge auf die noch junge Republik hat. Die Sowjetunion misstraut den Bürgern, auch bei solch einer Feierlichkeit, wie sie hier auf dem Foto dargestellt wird. Desweiteren sieht man mehrere Häuser und einen Straßenparade, die einer Militärparade gleicht. Menschen tummeln sich auf der Straße und verschiedenen Symbole sind zu sehen. Das größte Haus trägt die Aufschrift „Parteihaus“ mit einer SED Fahne auf dem Dach. Es ist nur ein Parteihaus zu sehen, da die SED ab 1949 mit ihrer inneren Reformation zur Partei neuen Typs nach dem Vorbild der KPdSU und dem Zwangszusammenschluss mit der SPD und KPD zur SED, Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, faktisch nur noch eine Partei in der DDR herrschte. Auf dem Parteihaus ist an der Wand der Slogan Deine Zeitung. Das ND! zu lesen, was das Parteiorgan der SED das Neue Deutschland bewirbt. Ein Transparent mit der Aufschrift: Die Partei hat immer
recht und ein Bild von Walter Ulbricht ist in der Mitte des Bildes zu sehen. Es wird hier auf der bereits angesprochenen Parteiendiktatur eingegangen, die ein Zitat von Ulbricht auf den Punkt bringt. „ Wir müssen es demokratisch aussehen lassen, aber wir müssen stets alles bestimmen können. Gefälschte Wahlen, mangelnde Freiheiten und Festsetzen des Lohnen und der Preise wurden schon früh zum Anlass eines Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953. Vergleichen kann man dieses Transparent mit gleichnamigem Lied der SED. Ein Radio verziert mit dem Symbol der SU ist im Bild auch zu finden. Es bezieht sich auf die Propaganda der SED die Presse und nun auch Rundfunk gleichschaltete und die Bürger in nahezu jeder Lebensphase vereinnahmen wollte. Ein weiteres Transparent „ Wer nicht an den Kommunismus glaubt ist ein Volksfeind“ zeigt, dass die vorherrschende Ideologie in der DDR der Kommunismus war und das diesem blind zu folgen war, sonst bekam man Schwierigkeiten. Pluralismus und andere freiheitliche Elemente waren nicht gegeben. Ein sogenannter Piefke Straßen- Obmann kontrolliert auf dem Bild, ob die Fahnen draußen sind und macht jeden darauf aufmerksam, die Fahnen raus zu hängen. Piefke steht hier in der aus Österreich kommenden Redewendung für einen Deutschen, hier aber in einer abwertenden Form. Meist war diese Art der Menschen in ihrer opportunen Art dafür ausschlaggebend, dass die Diktaturen so lange Bestand hatten in Deutschland und anderswo. Im darüber liegenden Fenster sind auch deutlich Fahnen zu erkennen. Hier wird, dass Fahnenmotiv deutlich, welches die Fahne als heilig sieht und Militärische Treue aber auch das Kollektiv suggeriert. Weitere Symbole sind Hammer und Sichel, der von den Kampfgruppen getragen wird. Hammer und Sichel sind Symbole, welche für die Arbeit in der Industrie (Hammer) und der Landwirtschaft (Sichel) stehen. Es wird hier klar die Verbindung mit der UdSSR deutlich. Weiterhin marschieren die JP, Die Jungpioniere, eine Massenorganisation der DDR, die bereits die kleinsten mit SED Ideologie verblendet und wurde bereits 1948 gegründet. Es marschiert noch die Nationale Armee und ein Teil eines Panzers ist zu sehen, der wieder die Stärke gerade im Kalten Krieg propagieren soll. Eine Straße wurde nach Pieck benannt, dem ersten Präsident der DDR.
Die GST und die Motorstaffel waren beides Sportorganisationen, der die Bürger nach kommunistischem Vorbild erzog und dabei den Sport in den Vordergrund stellte, als eine Art der Identifikation mit dem Kollektiv. Der FDGB, der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund. war für die Planung und Vergabe von Urlaubsplätzen in der DDR verantwortlich. Weiterhin jubelt eine Frau am Rand, Stimmzettel mit JA- Stimmen sind zu sehen und alle marschieren im Gleichschritt. Keine Ware prangert die kommunistische Planwirtschaft an, in der es Mangel zu verwalten galt. RIAS steht für Radio im amerikanischen Sektor und war das Programm des Klassenfeines USA in Westberlin und galt bei treuen Kommunisten als verboten und wurde geächtet. Ein opportunistischer Mensch verrät dem Mann der Volkspolizei, dass dies im Radio sei. Und die FDJ, die Freie Deutsche Jugend, mahnt sich an die Zukunft zu sein, dabei war sie auch nur eine weitere Massenorganisation im Unrechtsstaat DDR.
Im linken Bild ist das Gleiche dargestellt wie rechts.
Häuser und eine Militärparade und das Flugzeug propagieren wieder die Stärke des NS Regimes. Auf dem Parteihaus ist diesmal eine Hakenkreuzfahne und wieder ist nur ein Parteihaus zu sehen. Das Transparent zeigt, dass der Führer immer Recht hat und verweist damit auf den Führerkult im 3. Reich und auf die Führerdiktatur. Alles war auf Hitler zugeschnitten und nach dem Ermächtigungsgesetz war er der einzige Führer. Das Radio ist wieder zentral mit dem Hakenkreuz als Symbol zu sehen. Hier verweist es jedoch auf die Göbbelsschnauze, die die Propaganda des Führers für jeden hörbar machte, damals eine Revolution. Auch der Führer wollte sein Land vereinnahmen und es für seine Ideologie missbrauchen. KdF, also Kraft durch Freude als Pendant zum FDGB sicherte den Menschen günstige Urlaube, Kultur und Kreuzfahrten. Die NSKK, die Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps, waren das Pendant zum GST und waren eine paramilitärische Organisation unter der Führung von Adolf Hitler. Der Motorstorm suggerierte bei SA Leuten Kampfgeist im Team und eine Identifikation mit dem Führer, als gleichwertig wird die 

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